Bei den Wahlen in Berlin stand das Thema des Wohnungsmarkts im Vordergrund der politischen Debatte. Dabei handelt es sich nicht um ein Berlin-typisches Problem: In Spanien erwirkten Massenproteste vor einigen Wochen die Rückkehr einer zwangsgeräumten 87-jährigen Mieterin in ihre Wohnung. Wohnungspolitische Reformen erscheinen von daher dringlich, erst vor wenigen Wochen hat die Europäische Kommission einen Entwurf für ein „Gesetz für bezahlbares Wohnen“ auf den Weg gebracht. Aber was ist mit der jüngeren Generation, deren Start in ein unabhängiges Leben oft dadurch behindert wird, dass sie sich eine eigene Wohnung nicht leisten kann – oder nur, wenn die Familie sie dabei finanziell unterstützt? Welche Konzepte und Möglichkeiten gibt es, den Wohnungsmarkt zu steuern, so dass auch die jüngeren Menschen, die neu in eine Stadt zuziehen oder eine eigene Wohnung suchen, eine Chance haben? Und wie können wir nicht ausgelastete Kapazitäten auf dem Wohnungsmarkt besser nutzbar machen, zum Beispiel Leerstände, nicht mehr genutzte Büroflächen oder Familienwohnungen, die für die dort lebenden Menschen zu groß geworden sind?
Präsentation:
- Dr. Tabea Naujoks, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie und Demographie der Universität Rostock sowie Hertie School Berlin
- Dr. Sarah Schmauk, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und am Einstein Center Population Diversity (ECPD)
Es diskutieren:
- Sevim Aydin, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (SPD)
- Dr. Jan Kreikenbohm, Rechtsanwalt, Brahms Nebel Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB, Berlin
- Prof. Dr. Philipp Lersch, Professor für Soziologie der Sozialpolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin und Forschungsgruppenleiter am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
- Sebastian Bartels, Geschäftsführer, Berliner Mieterverein e.V.